Inhalt dieser Seite
- Wovon hängen die Kosten ab? Der Streitwert
- Gerichts- und Anwaltskosten: die Tabelle
- Stundenhonorar oder RVG: Was du wirklich zahlst
- Kostenrisiko: Was passiert, wenn du verlierst?
- Zahlt die Rechtsschutzversicherung?
- Was dich nichts kostet: die Plattform- und DSA-Wege
- Die Kosten des Nichtstuns
- Unsere Festpreise im Vergleich
- Häufige Fragen
Die Kosten richten sich nach dem Streitwert, den das Gericht festsetzt: bei Kanal- oder Kontosperren meist 10.000–15.000 €. Bei 15.000 € kostet eine einstweilige Verfügung per Beschluss nach den gesetzlichen Gebühren rund 516 € Gerichtsgebühr plus etwa 1.203 € für den eigenen Anwalt (brutto). Wer verliert, trägt die Kosten beider Seiten (§ 91 ZPO) – nach einem Urteil in erster Instanz liegt das Gesamtrisiko bei etwa 5.250–5.600 €. Vereinbarte Stundenhonorare liegen oft über den gesetzlichen Gebühren.
Kaum eine Frage hält gesperrte Creator so lange vom nächsten Schritt ab wie diese. Dabei lässt sich die Antwort ziemlich genau berechnen – ausgehend von einer einzigen Zahl: dem Streitwert.
Wovon hängen die Kosten ab? Der Streitwert
Der Streitwert ist der Betrag, mit dem das Gericht dein Interesse an der Sache bewertet (§ 3 ZPO). Nach ihm richten sich die Gerichtsgebühren (GKG) und die gesetzlichen Anwaltsgebühren (RVG). Für Kontosperren gibt es keinen festen Betrag, aber typische Größenordnungen aus der Rechtsprechung:
| Fall | Streitwert | Beispiel aus der Rechtsprechung |
|---|---|---|
| Einzelnes Video oder Verwarnung (Eilverfahren) | 7.500–10.000 € | OLG Dresden 4 W 118/21: 7.500 € · LG Köln 28 O 350/21: 10.000 € |
| Konto auf unbestimmte Zeit gesperrt | 10.000 € | BGH III ZR 4/21, zitiert vom LG Landshut |
| Dauerhaft deaktiviertes Konto | 15.000 € | LG Landshut 21 O 888/23 · OLG Nürnberg 3 W 1224/25 Kart (gewerblich) |
| Mehrere gewerbliche YouTube-Kanäle | 30.000 € | LG Schweinfurt 11 O 84/25 eV |
In unserem eigenen Verfahren lag der Streitwert bei bis zu 15.000 €. Je größer die wirtschaftliche Bedeutung des Kanals, desto höher kann das Gericht den Wert ansetzen – und desto höher fallen die Gebühren aus.
Den Wert schlägt in der Regel die Kanzlei im Antrag vor, festgesetzt wird er vom Gericht. Im Eilverfahren setzen manche Gerichte ihn niedriger an als in der Hauptsache: Das OLG Celle zog 2024 bei einem privaten Konto ein Drittel für das Eilverfahren ab und kam so auf 3.333,33 €.
Gerichts- und Anwaltskosten: die Tabelle
Für ein Eilverfahren gegen YouTube ergeben sich nach den gesetzlichen Gebührentabellen (Stand KostBRÄG 2025) diese Werte. Die Gerichtsgebühr beträgt bei einer Beschlussverfügung das 1,5-Fache, nach Widerspruch und Urteil das 3,0-Fache der einfachen Gebühr; der Anwalt erhält eine Verfahrensgebühr (1,3), bei einer Verhandlung zusätzlich eine Terminsgebühr (1,2), dazu Auslagenpauschale und Umsatzsteuer.
| Position | Streitwert 15.000 € | Streitwert 10.000 € |
|---|---|---|
| Einfache Gebühr (1,0) Gericht laut Tabelle | 344,00 € | 283,00 € |
| Einfache Gebühr (1,0) Anwalt laut Tabelle | 762,00 € | 652,00 € |
| Gericht bei Beschlussverfügung (1,5) | 516,00 € | 424,50 € |
| Gericht bei Urteil (3,0) | 1.032,00 € | 849,00 € |
| Eigener Anwalt ohne Termin (1,3 + 20 € + 19 % USt) | 1.202,61 € | 1.032,44 € |
| Eigener Anwalt mit Termin (2,5 + 20 € + 19 % USt) | 2.290,75 € | 1.963,50 € |
Nicht enthalten sind Übersetzungs-, Zustellungs- und Reisekosten sowie eine Berufung. Für den Normalfall eines Beschlusses ohne Verhandlung heißt das: Bei 15.000 € Streitwert fallen nach den gesetzlichen Gebühren rund 1.720 € für Gericht und eigenen Anwalt an.
Stundenhonorar oder RVG: Was du wirklich zahlst
Die Tabelle zeigt die gesetzlichen Gebühren nach dem RVG. Viele Kanzleien rechnen bei Plattform-Sperren anders ab – mit Pauschalen oder Stundenhonoraren, die in der Praxis oft über dem RVG liegen. Das ist zulässig, muss aber in Textform vereinbart werden (§ 3a RVG). In gerichtlichen Verfahren darf die gesetzliche Vergütung dabei nicht unterschritten werden.
Wichtig für deine Rechnung: Gewinnst du, erstattet die Gegenseite grundsätzlich nur die gesetzlichen Gebühren. Die Differenz zu einem höheren vereinbarten Honorar trägst du selbst. Erfolgshonorare („nur zahlen, wenn es klappt“) sind in Deutschland nur in engen Ausnahmefällen erlaubt (§ 4a RVG). Kläre deshalb vor dem Auftrag schriftlich:
- Abrechnung nach RVG, Pauschale oder Stunden – und zu welchem Satz?
- Welche Kosten bis zum Beschluss realistisch anfallen
- Was zusätzlich anfällt, wenn YouTube Widerspruch einlegt
- Wie hoch dein Kostenrisiko ist, wenn du verlierst
- Welche Auslagen dazukommen, etwa für Übersetzungen und die Zustellung ins Ausland
- Ob und wann ein Vorschuss fällig wird
Für ein anwaltliches Aufforderungsschreiben vor dem Verfahren fällt eine eigene Gebühr an, die teilweise auf die spätere Verfahrensgebühr angerechnet wird. Ob YouTube sie erstatten muss, hängt nach dem OLG Hamm davon ab, ob du dich vorher selbst an YouTube gewandt hast. Worauf du bei der Auswahl der Kanzlei sonst achten solltest, steht auf der Seite Anwalt bei YouTube-Sperre: Wann er sich lohnt.
Kostenrisiko: Was passiert, wenn du verlierst?
Im deutschen Zivilprozess gilt: Wer verliert, zahlt (§ 91 ZPO) – die Gerichtskosten und die notwendigen Anwaltskosten beider Seiten. Verlierst du nach Widerspruch und mündlicher Verhandlung in erster Instanz, liegt das Gesamtrisiko bei einem Streitwert von 15.000 € bei etwa 5.250 bis 5.600 €, bei 10.000 € bei etwa 4.450 bis 4.800 €. Die Spanne hängt davon ab, ob die Gegenseite Umsatzsteuer erstattet bekommt. Eine Berufung käme hinzu.
§ 93 ZPO: Erkennt YouTube im Verfahren sofort an und hatte die Plattform keinen Anlass zum Verfahren gegeben – etwa weil du sie nie zur Freischaltung aufgefordert hast –, trägst du die Kosten, obwohl du recht bekommst. OLG Hamm (2025): Vorgerichtliche Anwaltskosten sind in der Regel nur erstattungsfähig, wenn du dich zuvor selbst an YouTube gewandt hast. Beides kostet nichts außer einer sauberen Dokumentation.
Gegen Google kann sich ein normaler Creator einen Prozess gar nicht leisten.
Die Gebühren richten sich nach dem Streitwert, nicht nach der Größe des Gegners. Ein Beschluss im Eilverfahren liegt bei 15.000 € Streitwert nach den gesetzlichen Gebühren bei rund 1.720 € – und wer gewinnt, bekommt diese Kosten grundsätzlich erstattet.
Zahlt die Rechtsschutzversicherung?
Vielleicht – eine pauschale Antwort gibt es nicht. Ob eine Rechtsschutzversicherung einen Streit mit YouTube übernimmt, hängt von deinem Vertrag ab. Prüfe vor allem diese Punkte:
- Sind Streitigkeiten aus Verträgen mitversichert?
- Privat oder beruflich: Ist ein gewerblich betriebener Kanal abgedeckt?
- Gibt es eine Wartezeit ab Vertragsbeginn?
- Wie hoch ist die Selbstbeteiligung?
Lass die Kanzlei vor Beginn eine Deckungsanfrage bei deiner Versicherung stellen. Ohne schriftliche Deckungszusage solltest du so planen, als müsstest du die Kosten selbst tragen – und wegen der Dringlichkeit nicht wochenlang auf eine Antwort warten. Gib der Kanzlei Police und Versicherungsnummer gleich beim ersten Kontakt mit.
Was dich nichts kostet: die Plattform- und DSA-Wege
Nicht jeder Schritt nach einer Sperre kostet Geld. Der Einspruch gegen die Kündigung bei YouTube ist kostenlos, ebenso die interne Beschwerde nach Art. 20 DSA. Die außergerichtliche Streitbeilegung nach Art. 21 DSA ist für Nutzer kostenlos oder gegen eine Schutzgebühr zu haben, und die erste Kopie deiner Daten nach Art. 15 DSGVO bekommst du ebenfalls ohne Kosten. Diese Wege solltest du in jedem Fall gehen – schon weil die eigene Kontaktaufnahme mit YouTube für die spätere Kostenerstattung zählt. Der Haken ist nicht der Preis, sondern die Zeit: Sie laufen parallel zur Uhr für das Eilverfahren, nicht davor.
Die Kosten des Nichtstuns
Die teuerste Option ist oft die, die auf den ersten Blick nichts kostet: abwarten. Deinen Einnahmeverlust pro Woche rechnest du grob so aus: Monatsumsatz × 12 ÷ 52.
Nicht eingerechnet sind Abonnenten, die abwandern, Sponsoren, die woanders buchen, und Reichweite, die nicht zurückkommt – das OLG Bamberg hat 2025 ausdrücklich anerkannt, dass ein Creator mit zunehmender Dauer der Sperre Reichweite verliert. Dazu kommt das Zeitfenster: Wer wartet, bis das Geld knapp wird, hat die Dringlichkeit für eine einstweilige Verfügung womöglich schon verspielt. Was mit deinen laufenden Einnahmen passiert, erklärt der Ratgeber Einnahmen während der Sperre.
Unsere Festpreise im Vergleich
Kanalgesperrt.de ist keine Kanzlei und ersetzt keine. Wir sorgen dafür, dass du die Kanzlei nur für das bezahlst, was nur sie kann – und alles andere zu einem festen Preis bekommst:
| Leistung | Festpreis | Was enthalten ist |
|---|---|---|
| Freigabe-Blueprint | 479 € | Das komplette System zum Selbstumsetzen: Vorlagen, Fristenplan, Anwalts-Briefing-Dossier |
| Experten-Begleitung | 1.290 € | Blueprint plus persönliche Fallaufnahme, Fakten-Akte, formale Prüfung deiner Entwürfe, 30 Tage Begleitung |
| Kanal-Rettung Komplett | ab 2.490 € (nach Kanalgröße) | Wir übernehmen die Organisation: Dossier, Einsprüche, DSA-Beschwerden, Koordination der Partnerkanzlei |
Anwalts- und Gerichtskosten eines etwaigen Verfahrens sind darin nicht enthalten. Wird ein Eilverfahren nötig, beauftragst du eine unabhängige Partnerkanzlei direkt; sie nennt dir ihre Kosten vorab. Wir erhalten von Kanzleien kein Geld.
Rechnet eine Kanzlei nach Stunden ab, bezahlst du jede Stunde, in der Belege sortiert und Zeitleisten rekonstruiert werden. Liegt das Dossier fertig vor – etwa aus der Begleitung durch Kanalgesperrt.de –, beginnt die Arbeit dort, wo nur die Kanzlei weiterkommt. In unserem eigenen Fall lag der Eilantrag zwei Tage nach der Sperre bei Gericht – so lief der Fall. Welche Stufe zu dir passt, zeigt der kostenlose Sperr-Check.
Häufige Fragen
Wie hoch ist der Streitwert bei einer Kontosperre?
Einen festen Wert gibt es nicht; maßgeblich ist das Interesse des Betroffenen (§ 3 ZPO). Gerichte setzen für einzelne Videos oder Verwarnungen meist 7.500–10.000 € an, für die Wiederherstellung eines Kontos oder Kanals 10.000–15.000 €, bei mehreren gewerblichen YouTube-Kanälen auch 30.000 €.
Wer zahlt meinen Anwalt, wenn ich gewinne?
Grundsätzlich die Gegenseite: Wer verliert, trägt die Kosten des Verfahrens (§ 91 ZPO). Erstattet werden aber nur die notwendigen Kosten in Höhe der gesetzlichen Gebühren. Liegt dein vereinbartes Honorar darüber, trägst du die Differenz in der Regel selbst.
Was kostet es, wenn YouTube gegen die einstweilige Verfügung Widerspruch einlegt?
Dann folgt eine mündliche Verhandlung mit Urteil. Bei 15.000 € Streitwert steigt die Gerichtsgebühr auf 1.032 € (3,0), und der eigene Anwalt kostet mit Terminsgebühr nach RVG rund 2.291 € brutto. Wer am Ende unterliegt, trägt auch diese Kosten.
Gibt es Anwälte, die nur im Erfolgsfall bezahlt werden?
Erfolgshonorare sind in Deutschland nur in engen Ausnahmefällen zulässig (§ 4a RVG), etwa wenn jemand ohne eine solche Vereinbarung sonst von der Rechtsverfolgung abgehalten würde. Bei Plattform-Sperren ist die Abrechnung nach RVG, Pauschale oder Stunden der Normalfall.
Zahlt YouTube meine Anwaltskosten, wenn der Kanal nach einem Anwaltsschreiben freigeschaltet wird?
Nicht automatisch. Nach dem OLG Hamm (2025) sind vorgerichtliche Anwaltskosten in der Regel nur erstattungsfähig, wenn du YouTube zuvor selbst zur Freischaltung aufgefordert hast, etwa über das interne Verfahren. Ob in deinem Fall ein Erstattungsanspruch besteht, prüft eine Anwältin oder ein Anwalt.
Sind die Festpreise von Kanalgesperrt.de Anwaltskosten?
Nein. Unsere Festpreise decken Wissen, Vorlagen, Organisation und Begleitung ab. Anwalts- und Gerichtskosten eines Verfahrens kommen hinzu; du beauftragst die unabhängige Partnerkanzlei direkt, und sie nennt dir ihre Kosten vorab.